Presse

Konzertkritiken, Konzertankündigungen, Interviews

 

2018

 


   

Konzertkritik 

Wedel-Schulauer Tageblatt

18. September 2018

von Heinke Ballin

 

Mächtige Messe und Romanzen 

 

Kammerchor und Kammerorchester Wedel glänzen in der voll besetzten St.-Marien-Kirche

mit Werken von Ludwig van Beethoven

 

Wedel | Klassikfans in der Rolandstadt haben ihr Wochenende am frühen Sonntagabend mit einem echten

Ohrenschmaus beendet. Der Förderverein Kammerchor und Kammerorchester Wedel hatte in seiner Reihe

„Klassik am Nachmittag“ in die St.-Marien-Kirche geladen. Zu den Kirchbänken mussten Stühle gestellt werden,

so viele Menschen waren gekommen, um die Aufführung von Beethovens großer Messe in C-Dur op. 86,

eingerahmt von der Violinenromanze in G-Dur op. 40 und der Romanze in F-Dur op. 50 zu lauschen. Der Kammerchor und das Kammerorchester hatten sich dazu von vier hervorragenden Solisten Unterstützung

geholt: Der Sopranistin Dorothee Risse-Fries, der Mezzosopranistin Dorottya Lang, dem Tenor Aram Mikaelyan und dem Bass Bruno Vargas, Mitglieder des NDRChors und ehemalige Mitglieder desOpernstudios der

Hamburgischen Staatsoper. 

 

Das Werk im Mittelpunkt, Beethovens C-Dur-Messe von 1807, wird selten aufgeführt, da sie im Angesicht der 

großen und viel opulenteren „Missa solemnis“ aus dem Jahr 1823 an die Seite gedrängt wurde. Unter der

musikalischen Leitung des in Wedel so beliebten Valeri Krivoborodov und mit der Orchestereinstudierung des 

hoch geschätzten Soloviolonisten Stefan Czermak gelang es dem Chor, dem Orchester und den Solisten all die variationsreichen Schönheiten von Beethovens weitgehend unbekannter Messe in den Himmel des Tonnengewölbes der Marienkirche zu heben. Beethoven hatte sich bei seiner Komposition die lateinischen Texte sorgfältig übersetzen lassen, um genau den Stimmungen der einzelnen Textpassagen entsprechen und diese wiedergeben zu können. Genau diese verschiedenen Stimmungen gaben Chor, Orchester und Solisten 

empathisch wieder. Es war ein gutes Zusammenspiel aller Beteiligten unter der temperamentvollen Führung des 

Dirigenten Krivoborodov. Ganz besonders erwähnenswert ist der Solist mit der Violine, Orchesterleiter Czermak, mit einer herausragenden Glanzleistung in den beiden Violinen-Sinfonien und der sagenhaften Fleißarbeit, die das gesamte Orchester mit ihm teilte.

 

Nach einem eindrucksvollem Konzert nahmen Stefan Czermak (Mitte links), Solovioline und Orchestereinstudie-

rung, und Dirigent Valeri Krivoborodov (Mitte rechts) sowie der Wedeler Kammerchor und das Kammerorchester Wedel den tosenden Applaus eines begeisterten Publikums in der voll besetzten katholischen Kirche entgegen.

Foto: Ballin

 

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Konzertkritik 

Wedel-Schulauer Tageblatt

08. Mai 2018

von shz.de

 

Mit Familie Mozart in den Klassikhimmel 

Große Resonanz bei Kammerkonzert 

 

Wedel | Drei Generationen Mozart im Vergleich zu erleben – spannend und ungeheuer interessant. Die Gelegenheit dazu bot der Förderverein Kammerchor und Kammerorchester Wedel in einem Benefizkonzert am Wahlsonntag-Nachmittag im Barlach-Saal mit idyllischem Ausblick in den naturnah gestalteten Innenhof der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule. Dafür, dass die vielen Besucher nicht draußen die warmen Sonnenstrahlen genießen konnten, entschädigte das Können vier genialer Musiker auf der Bühne: Die schöne Viktoria Lakissova im mintgrünen schimmernden Abendkleid am Flügel, ganz im dezenten Schwarz Stefan Czermak mit seiner Violine, Mark Heinzel mit der Bratsche und der von vielen verehrte und meist nur herzlich mit Vornamen genannte Valeri Krivoborodov mit seinem Violoncello.

 

Das Konzert begann mit dem Klaviertrio in A-Dur von Vater Leopold Mozart, viel schwerfälliger und von seinem damaligem Beruf als Vize-Hofkapellmeister mit höfischer Starre diktiert, als die leichten, himmlischen Kompositio-nen seines genialen Sohnes Wolfgang Amadeus, den er mit aller Kraft sein Leben lang zu fördern suchte.

 

Musiker heben Zuhörer in höchste Sphären 

Ganz anders dagegen das Klavierquartett g-moll op. 1 von Franz Xaver Mozart, seinem Sohn, der seinen berühmten Vater gar nicht mehr bewusst kennen gelernt hat, ihm aber anfangs sehr nacheiferte, um dann resigniert nur noch dessen Nachlass zu verwalten, da es ihm nicht gelang, aus dem großen Schatten des Musikergenies herauszutreten und seine eigene Identität zu finden. Das Klavierquartett soll Franz Xaver schon im zarten Alter von zehn bis 15 Jahren komponiert haben (op. 1!), es ist wunderbar melodiös und enthält die Mozart-typischen schnellen Läufe des Klaviers und der Streichinstrumente. Nach der Pause hoben die Musiker mit dem Klaviertrio in Es-Dur und dem Klaviertrio in G-Dur die Zuhörerinnen und Zuhörer in die höchsten Sphären des Mozart-Himmels: Beides späte, sehr gereifte Werke von Wolfgang Amadeus.

 

 

 

2017

 


   

Konzertkritik 

Wedel-Schulauer Tageblatt

20. Dezember 2017

von Kira Oster

 

Bach-Klänge in angenehmer Leichtigkeit in Wedel

Beschwingtes Konzert mit Wedels Kammerchor und Kammerorchester in der St.-Marien-Kirche.

 

Wedel | Eine schöne Einstimmung auf die Festtage ist immer wieder das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Seit fast 60 Jahren werden die Kantaten in Wedel aufgeführt, schließlich schrieb der Wedeler Pastor Johann Rist, einer der bedeutendsten protestantischen geistlichen Dichter des 17. Jahrhunderts, einen der Choraltexte. Kammerchor und Kammerorchester Wedel führten in diesem Jahr mit angenehmer Leichtigkeit die erste und die drei letzten des insgesamt sechs Kantaten umfassenden Werks in der St.-Marien-Kirche auf. Im ersten Teil wird die Geburt Jesu erzählt, Teil vier handelt von der Namensgebung, die Teile fünf und sechs vom Besuch der Weisen aus dem Morgenland.

 

Hörgenuss

Verlässlich sorgte die bewährte, langjährige Zusammenarbeit des Violinisten Stefan Czermak, der für die Orchestereinstudierung verantwortlich ist, und des Dirigenten Valeri Krivoborodov für einen Hörgenuss. Das schienen die Wedeler auch erwartet zu haben, denn in der Kirche an der Feldstraße gab es keinen freien Platz mehr.Der etwa 60-köpfige Chor schmetterte eingangs mit Inbrunst „Jauchzet, frohlocket“ und bewies damit seine gesanglichen Qualitäten. Auch der Choral „Ich steh an deiner Krippen hier“ erklang sehr schön getragen, ruhig legato gesungen. Krivoborodov dirigierte mit gewohnter tänzerischer Leichtigkeit, auf den Fußspitzen wippend, wodurch Bach fast ein Hauch von Swing verliehen wurde. Natürlich fehlte es dabei auch nicht an musikalischer Dirigier-Akkuratesse, um der Musik des genialen Barock-Komponisten gerecht zu werden. Mit Ausnahme des Tenors bestand das Solisten-Quartett aus in Wedel inzwischen gut bekannten Sängern. Wobei Aram Mikaelyan, der für den erkrankten Joachim Duske eingesprungen war, sich als Glücksgriff erwies. Er intonierte die zahlreichen Tenor-Rezitative absolut sicher und erzählerisch überzeugend. Auch der Zusammenklang im Terzett mit Sopran und Alt war schön und ausgewogen. Die Altistin Claudia Darius verlieh Arien wie „Bereite dich, Zion“ mit ihrer vollen Stimme eine große Präsenz. Dirigent Krivoborodov hatte den Chor gut im Griff, so dass die Einsätze präzise kamen und das Konzert wie aus einem Guss war.

 

Göttliche Momente

Für kleine göttliche Momente sorgte wieder die Sopranistin Katharina Sabrowski. Sie bezauberte mit ihrer klaren, perfekt geführten Stimme, die sich bei aller Zartheit strahlend emporschwang. Zurückhaltend filigran sang sie die Arie „Flößt mein Heiland“, in der ein Engel mehrmals mit ermutigendem „Ja“ bestätigt (aus dem Chor heraus gesungen mit schönem Sopran von Ellen Andresen), dass der Name des Heilands nicht den geringsten Schrecken auslösen könne. Fast schon ein bisschen nicht von dieser Welt. Christfried Biebrachs souveräner, eleganter Bass setzte dem Konzert ein weiteres Glanzlicht auf. „Erleucht auch meine finstre Sinnen“ heißt es in der fünften Kantate. Biebrachs Bitte ging zu Herzen, überzeugend klar und mit Ergebenheit gesungen.

 

Die Solisten: Christfried Biebrach (von links), Claudia Darius, Katharina Sabrowski und Aram Mikaelyan.

Foto: Sarah Falkenberg

 

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Konzertkritik 

Wedel-Schulauer Tageblatt

25. November 2017

von jac

 

Ritterschlag für Wedels Kammerensembles 

 

Wedel | Kammerchor und Kammerorchester aus Wedel sind in einer international führenden Zeitschrift für Theater- und Konzertkritik besprochen worden. „Der neue Merker“, ein Fachblatt aus Wien, das sich üblicherweise 

zwischen Wiener Staatsoper und Mailänder Scala bewegt, hat die letzte Aufführung der beiden Ensembles im Herbst dieses Jahres – Schuberts Symphonie Nr. 7 und Puccinis Messa di Gloria – ausgesprochen gut bewertet. „Eine Rezension in diesem Medium bedeutet eine Art Ritterschlag“, schreibt der Förderverein. Und übersetzt die Bedeutung des Lobs in die Fußballwelt mit: „Im übertragenen Sinne bedeutet das ein Aufstieg von der Regional-

in die Bundesliga.“ Wedeler Kammerchor und Kammerorchester fielen immerwieder durch anspruchsvolle

Konzerte auf, schreibt der Kritiker Rolf Brunckhorst in der Oktoberausgabe des Merkers. Das Orchester spiele

auf einem erstaunlich hohen Niveau. Für Schuberts Symphonie habe Dirigent Valeri Krivoborodov offenbar intensiv

geprobt, so dass das Kammerorchester besonders bei den volksliedhaften Passagen richtig aufblühte. Auch die

Gesangssolisten gefielen dem Kritiker. Sie hätten sowohl den Stimmumfang als auch die richtige Atemtechnik für

die langen Puccini-Bögen. Der große Pluspunkt der Aufführung sei für ihn aber der Kammerchor gewesen, lobt

Brunckhorst die Wedeler Sängerinnen und Sänger. Und schließt die Kritik mit dem positiven Fazit: „Insgesamt

ein höchst lohnenswerter Ausflug nach Wedel.“ 

 

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Konzertankündigung 

Wedel-Schulauer Tageblatt

20. September 2017

von Bastian Fröhlig 

 

Wedel | Der Kammerchor und das Kammerorchester Wedel spielen am Sonntag, 24. September, im Rist-Forum ein besonderes Konzert. Ab 16 Uhr werden Werke von Franz Schubert und Giacomo Puccini in der Aula des Johann-Rist-Gymnasiums, Am Redder 8, gespielt.

 

Franz Schuberts Sinfonie h-moll, D 759 gilt als meistgespieltes Werk dieser Gattung und ist als „die Unvollendete“ in die Musikliteratur eingegangen. Entstanden ist sie im Jahr 1822, blieb aber ein Fragment. Warum Schubert die Komposition nach zwei Sätzen abbrach, ist eines der bislang ungeklärten Rätsel der Musikgeschichte. Nicht einmal über die Zählung ist sich die Fachwissenschaft einig: Ist sie nun die siebte oder die achte Sinfonie? Legenden und Geheimnisse umranken dieses Werk, auch seine Deutung ist entsprechend vielfältig: Charakteristika wie „Seelendrama“, „romantische Aura“, „poetische Melodienfülle, „schmerzliche Tragik“ bis hin zu „revolutionär“ sind Beschreibungsversuche.

 

Der österreichische Komponist und Musikkritiker Hugo Wolf (1860-1902) schreibt über das Werk: „Schuberts H-moll-Symphonie ist leider ein Fragment geblieben. So gleicht sie auch in ihrer Form dem äußeren Lebensweg des Meisters, der ja in der Blüte seines Lebens vom Tode hinweggerafft wurde.“

 

Giacomo Puccini – der Komponist des zweiten Werks an diesem Konzertnachmittag – ist neben Giuseppe Verdi wohl der bekannteste und beim Publikum sicher beliebteste Opernkomponist des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. La Bohème, Manon Lescaut, Tosca, Madame Butterfly, Turandot – Melodien aus seinen Opern sind „Hits“ bei Liebhabern des Musiktheaters. Als „große Oper“ bezeichnen Kenner aber auch die beiden geistlichen Werke – Verdis „Messa di Requiem“ und Puccinis „Messa di Gloria“. Beide Werke können den Opernkomponisten nicht verleugnen. Wo in Verdis „Requiem“ jedoch die absolute Unausweichlichkeit des Todes ihren Ausdruck findet, überwältigt uns Puccinis „Messa di Gloria“ als klangmächtiges Lob Gottes – kein „Dies irae“, kein „Tuba mirum“, kein „Rex tremendae“ oder „Confutatis“, sondern ein „jubelndes Monument zu Ehren Gottes“, wie ein Herausgeber schreibt. Puccinis Frühwerk – Erstaufführung im Jahr 1880 – lässt deutlich die Einflüsse Verdis erkennen; große Oper eben, voller Dramatik, Emotionalität und Leidenschaft.

 

Opernfreunde erkennen: In „Manon Lescaut“ greift Puccini musikalisch auf das „Agnus Dei“ der Messe zurück, und die Melodien des „Kyrie“ finden sich wieder in seiner Oper „Edgar“. Große Oper aber auch in der Besetzung des umfangreichen Orchesters. Im Mittelpunkt der Messe steht jedoch der Chor mit dem gewaltigen „Gloria“ – eine wahrhaft große Herausforderung für beide Wedeler Ensembles.

 

Die Gesangssolisten in Puccinis Messe sind Dovlet Nurgeldiyev, Tenor, und Bruno Vargas, Bass, beide von der Hamburgischen Staatsoper, wo sie für ihre Rollen unter anderem in der „Zauberflöte“ oder in „Figaros Hochzeit“ von Presse und Publikum gefeiert wurden. Auch das Wedeler Publikum haben sie beeindruckt in Mozarts „Requiem“ im November 2016 in der St.Marien-Kirche. In beiden Werken wird das Kammerorchester durch Bläser der Symphoniker Hamburg verstärkt. Die musikalische Leitung hat wieder Valeri Krivoborodov, und die Orchestereinstudierung liegt in den bewährten Händen von Stefan Czermak.

 

Die ungewöhnliche Kombination beider Werke erläuterte Valeri Krivoborodov: „Die Düsternis des ersten Satzes in Schuberts Sinfonie wird durch die hellere Stimmung des zweiten Satzes, besonders des Finales, aufgebrochen – quasi eine Erkenntnis der Gottesnähe. Dies verlangt eigentlich eine Fortsetzung, die aber fehlt. Hier nun könnte man das Kyrie am Anfang von Puccinis Messe, ja das ganze Werk wie eine Weiterführung dieser Idee sehen“.

 

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Konzertankündigung 

Hamburger Abendblatt

30. August 2017

von Elvira Nickmann

 

Opern-Bass singt Puccini-Messe

Bass Bruno Vargas von der Hamburgischen Staatsoper wird in Puccinis Messe singen

 

„Schubert und Puccini – ein ungewöhnliches Programm“ ist ein Konzert von Kammerchor und Kammerorchester Wedel betitelt, das am Sonntag, 24. September, im Wedeler Rist-Forum zur Aufführung kommt. Das Ungewöhnliche liegt in der Kombination der Werke: Auf Franz Schuberts Sinfonie h-moll D759, vielen bekannt als Schuberts „Unvollendete“, folgt Giacomo Puccinis Messa di Gloria.

Die musikalische Leitung liegt in den bewährten Händen Valeri Krivoborodovs. „Die Düsternis des ersten Satzes in Schuberts Sinfonie wird durch die hellere Stimmung des zweiten Satzes, besonders des Finales, aufgebrochen, quasi eine Erkenntnis der Gottesnähe“, erklärt der Dirigent. Allerdings beendete Schubert 1822 an dieser wichtigen Stelle seine Arbeit und hinterließ nur zwei vollendete Sätze statt der üblichen vier, über die eine klassische Sinfonie verfügt. Da der Grund für dieses Vorgehen nicht geklärt werden konnte, bietet es bis heute Stoff für Spekulationen. Unbestritten aber ist, dass die fehlende Fortsetzung eine große Lücke hinterlässt, die auch durch kleine Fragmente des dritten Satzes nicht geschlossen werden konnten.

Hier bietet sich Puccinis „Messa di Gloria“ geradezu als logische Ergänzung durch ein geistliches Werk an: Auf Gottesnähe folgt das Gotteslob. „Das ,Kyrie‘ am Anfang von Puccinis Messe, ja das ganze Werk könnt man als eine Weiterführung dieser Idee sehen“, so Krivoborodov.

Als Gesangssolisten in Puccinis Messe konnten der Chilene Bruno Vargas, Bass, und der turkmenische Tenor Dovlet Nurgeldiyev gewonnen werden. Beide sind zurzeit in Produktionen der Hamburgischen Staatsoper verpflichtet und dem Wedeler Publikum bereits von ihrem Auftritt in Mozarts „Requiem“ in der St.-Marien-Kirche im vergangenen Jahr bekannt.

 

Puccinis Messe für Orchester, Chor und solistische Männerstimmen stammt von 1880. Sie bietet eine vollständige Vertonung des Messordinariums. Größte Herausforderung für beide Ensembles: das Herzstück der Messe, das gewaltige Gloria, das sich dafür in der Umsetzung auch als besonders beeindruckend erweisen könnte.

Konzert: So 24.9., 16 Uhr, Aula des Johann-Rist-Gymnasiums, Am Redder 8, Karten im Vvk. 20 Euro, Schüler/Studenten 10 Euro nur an der Abendkasse, Vvk.: Buchhandlung Heymann, Bahnhofstraße 31, und www.kammerchor-kammerorchester-wedel.de

© Hamburger Abendblatt – Alle Rechte vorbehalten.

  

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Konzertankündigung 

Hamburger Abendblatt

20. März 2017

von pö

 

Eine Bereicherung für Wedel

50 JahreKammerchor und -orchester: Jubiläumsauftritte im Rahmen der Musiktage

 

Wedel | „Er war ein Mensch, der andere Menschen für eine Sache begeistern konnte“, erinnert sich Gisela Nether, langjähriges Vorstandsmitglied des Förderverein von Kammerchor und -orchester Wedel. Vor 50 Jahren hatte Heinz Kegel die Klangkörper aus der Taufe gehoben. Dieses Jubiläum wird nun mit mehreren Konzerten begangen. Die ersten Auftritte finden im Rahmen der Wedeler Musiktage am 26. März und 1. April statt.

Bereits 1950 hatte Kegel als junger Kantor die Kantorei der Kirchengemeinde Wedel gegründet, 1960 folgte die Musikschule der Stadt, die noch heute seinen Namen trägt. Der 1967 gegründete Kammerchor gehört noch heute zum ganzjähriges Kursangebot der Musikschule.

Kegel vereinte ambitionierte und mit Talent gesegnete Hobbymusiker und -sänger. Für die Konzerte wurden Chor und Orchester immer wieder durch Profi-Musiker verstärkt. Bereits 1969, also zwei Jahre nach der Gründung, wurden gemeinsam mit der Kantorei mit der Schöpfung von Joseph Haydn und drei Jahre später mit dem Deutschen Requiem von Johannes Brahms musikalische Höhepunkte umgesetzt.

Kegel wollte selten aufgeführte Kammermusikwerke präsentieren und so das Kulturleben der Stadt bereichern. Diese Ziele wurden nach seinem Tod ab 2003 von dem neuen Leiter des Chores, Valeri Krivoborodov, und dem Leiter des Orchesters, Stefan Czermak, erfolgreich fortgesetzt. Beide waren bereits mit Orchester und Chor aufgetreten. Bei dem letzten von Kegel dirigierten Konzert traten Krivoborodov am Violoncello und Czermak mit der Geige als Solisten auf.

„Laien lieben die Musik, sie proben engagierter als manche routinierte Kollegen. Sie singen und spielen von Herzen, sind mit Begeisterung dabei“, erklärt Krivoborodov sein Engagement. Er war von 1980 bis zu seiner Pensionierung 2012 Erster Cellist bei den Hamburger Symphonikern. Czermak war von 1990 bis zur Pensionierung im 2013 bei derselben Institution Erster Konzertmeister

Tradition haben die gemeinsamen September- und Weihnachtskonzerte von Chor und Orchester. Beide Wedeler Klangkörper geben darüber hinaus weitere Konzerte, gemeinsam wie auch getrennt.

Jubiläumskonzert des Kammerorchesters: So 26.3., 16 Uhr, 20 Euro, Werke von Mozart und Schubert, Solist Christian Seibold, Klarinette. Wedeler Chornacht mit dem Kammerchor: Sa 1.4., 20 Uhr, 15 Euro. Beide Konzerte Johann-Rist-Forum, Am Redder 8, info@elbmenschen.de

( pö ) © Hamburger Abendblatt – Alle Rechte vorbehalten.

 

 

 

2016

 


   

Konzertkritik 

Wedel-Schulauer Tageblatt

20. Dezember 2016

von shz.de

 

Mitmachkonzert kommt gut an

St.-Marien-Kirche. Volles Haus beim Familienkonzert von Kammerchor und -orchester. 

Für die Kinder gab es klingelnde Glöckchen.

 

Wedel | Erneut ist es dem Duo Krivoborodov / Czermak gelungen, dem Publikum in der ausverkauften St.-Marien-Kirche ein musikalisches Meisterwerk facettenreich erklingen zu lassen. Dank Stefan Czermaks präziser Orchestereinstudierung und Valeri Krivoborodovs hervorragender Leistung als Chorleiter und Dirigent war Wolfgang Amadeus Mozarts letztes Werk ein absoluter Hörgenuss. So interpretierten der etwa 60-köpfige Kammerchor Wedel sowie das von Bläsern der Hamburger Symphoniker und des Philharmonischen Staatsorchesters unterstützte Kammerorchester die einzelnen Stücke der Totenmesse differenziert und fast meditativ intensiv.Weniger dramatisch dynamisch, aber dennoch gewohnt schwungvoll dirigierte Valeri Krivoborodov ein etwas anderes Weihnachtskonzert. Nicht Bachs getragenes, musikalisch hochanspruchsvolles Weihnachtsoratorium war diesmal in der Wedeler St.-Marien-Kirche zu hören, sondern ein schlichteres Programm mit bekannten weihnachtlichen Melodien.

Die Idee: Es sollte ein Konzert zum Mitsingen für Erwachsene und Kinder sein. Und tatsächlich stimmten viele Wedeler gemeinsam mit dem 50-köpfigen Kammerchor Wedel in der gut besuchten Kirche in die altbekannten Weihnachtslieder wie „O Tannenbaum“, „Ihr Kinderlein kommet“, „O du fröhliche, o du selige“ oder „Tochter Zion, freu dich“ ein.

 

Geschichten zum Lachen und Denken

Nach der Pause wurde das Konzert zusätzlich vom fröhlichen Gebimmel der Glöckchen begleitet, die Petra Fiebiger unter den Kindern verteilt hatte. Damit bei den Kleinen keine Langeweile aufkam, las die Wedeler Lehrerin außerdem während des Konzerts zwei weihnachtliche Geschichten vor, nachdenklich die eine, lustig die andere. Und die Kinder lauschten gespannt. Die Orchestereinstudierung lag wie immer in den bewährten Händen von Stefan Czermak. Für besondere Glanzlichter sorgten diesmal die drei jungen Trompeter Alexander Flamm, Hans Lehmann und Julius Scholz, Studenten des renommierten Hamburger Professors Matthias Höfs. Als Solisten waren der Violinist Horea Crishan vom NDR-Philharmonie-Orchester und der Klarinettist Christian Seibold vom Philharmonischen Staatsorchester Hamburg zu hören. Eine Besonderheit dabei: Crishan spielte zwei Stücke auf der Panflöte. Zart und tänzerisch schwebten die Klänge von „El Condor pasa“ und „Der Vogelfänger bin ich ja“ aus Mozarts Zauberflöte durch den Raum. Wunderbar lebendig und differenziert intonierte Christian Seibold zwei Sätze aus dem dritten Konzert für Klarinette und Orchester von Carl Philipp Stamitz. Wie ein frischer Wind, leicht swingend, fein. Die Singfreude des großen Chors kam besonders gut beim energiegeladenen „Jauchzet, frohlocket“ aus Bachs Weihnachtsoratorium und beim fulminant geschmetterten „Halleluja“ aus Händels Messias zur Geltung. Insgesamt ein schönes Konzert, das die Herzen der Besucher erreichte.

 

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Konzertkritik 

Wedel-Schulauer Tageblatt

8. November 2016

von Oliver Gabriel 

 

Mozarts Requiem mit Starbesetzung

Kammerchor und Kammerorchester ließen die bewegende Totenmesse in der St.-Marien-Kirche erklingen

 

Wedel | Erneut ist es dem Duo Krivoborodov/Czermak gelungen, dem Publikum in der ausverkauften St.-Marien-Kirche ein musikalisches Meisterwerk facettenreich erklingen zu lassen. Dank Stefan Czermaks präziser Orchestereinstudierung und Valeri Krivoborodovs hervorragender Leistung als Chorleiter und Dirigent war Wolfgang Amadeus Mozarts letztes Werk ein absoluter Hörgenuss. So interpretierten der etwa 60-köpfige Kammerchor Wedel sowie das von Bläsern der Hamburger Symphoniker und des Philharmonischen Staatsorchesters unterstützte Kammerorchester die einzelnen Stücke der Totenmesse differenziert und fast meditativ intensiv.

 

Mozarts Requiem, das 1791 uraufgeführt wurde, ist die letzte Komposition des Österreichers. Er starb, bevor er die Totenmesse beenden konnte, so dass nur etwa zwei Drittel davon tatsächlich von ihm selbst stammen. Da es sich um eine Auftragsarbeit handelte, vervollständigte sein Schüler Franz Xaver Süßmayr das Werk. Ihm zu Ehren, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 250. Mal jährt, erklang in der St.-Marien-Kirche zu Beginn des Konzerts feierlich zurückhaltend das von ihm komponierte „Ave verum corpus“.

 

Krivoborodov dirigierte wie gewohnt feinfühlig, aber durchaus temperamentvoll. Er forderte mit gepunkteten Fingerzeigen Leichtigkeit, mit raumgreifender Geste große Legato-Bögen sowie hüpfend und mit dem Taktstock wie mit einem Dolch zustechend temporeiche Dramatik. Das Ergebnis war eine gelungene, feine Interpretation des Requiems. Der Chor war insgesamt sehr präsent, man merkte den Sängern die Freude an der ergreifenden Musik und die Hochachtung vor der Thematik an. Überzeugend kraftvoll erklang das dramatische „Dies Irae“ und auch das um Erbarmen flehende „Kyrie“. Bezaubernd leicht und dennoch wie gewebt mit zarten Legato-Bögen hingegen dann das bewegende „Lacrimosa“.

 

Am feierlichen Gesamtklang hatten nicht zuletzt die hochkarätig besetzten Solopartien ihren Anteil, für die der Förderverein Kammerchor und Kammerorchester Wedel international renommierter Sänger der Staatsoper Hamburg hatte gewinnen können. So bezauberte die gebürtige Russin Anna Petrova mit ihrem vollen, lyrischen Sopran, der sich besonders strahlend im „Benedictus“ entfaltete. Die Österreicherin Dorottya Lang und der Chilene Bruno Vargas schufen mit ihren ausdrucksstarken Alt- und Bass-Stimmen einen tiefen, ruhigen Klang-teppich und setzten erdende Akzente.Dass es sich um Solisten auf Weltklasse-Niveau handelte, machte Dovlet Nurgeldijev deutlich. Eine fantastische Tenor-Stimme erfüllte die Kirche: auf den Punkt genau, klar, strahlend, ausdrucksstark und dabei wundervoll lyrisch sanft. Hinreißend, absolut perfekt! Der Turkmene ist seit sechs Jahren fest an der Staatsoper Hamburg engagiert und derzeit als Tamino in Mozarts „Die Zauberflöte“ zu hören.

 

Die Solisten: Dovlet Nurgeldijev (von links), Dorottya Lang, Anna Petrova und Bruno Vargas. Foto: shz.de

 

 

 

2015

 


   

Konzertkritik 

Wedel-Schulauer Tageblatt

16. November 2015

von Karl-Heinz Stolzenberg

 

Von Lebenslust und Finsternis

Kammerchor und Kammerorchester spielen Carl Orffs „Carmina Burana“ vor einer ausverkauften Wedeler Steinberghalle. 

 

Wedel | Es war ein Konzertabend der Superlative. Carl Orffs Carmina Burana lockte Musikfreunde in so großen Scharen in die Steinberghalle, dass Sitzplätze schon eine halbe Stunde vor Beginn knapp wurden. Parkplätze in der näheren Umgebung gab es da schon lange nicht mehr. So wirkten manche Besucher doch leicht gestresst, während sie noch Sitzgelegenheiten suchten. Umso reichlicher war die Belohnung durch das anschließende Musikerlebnis. Enorm groß auch die Schar von Mitwirkenden an dem aufwendigen Werk: Kammerchor und Kammerorchester Wedel unter Leitung von Valeri Kribodorodov, Elbtonal Percussion, Bläser der Hamburger Symphoniker, das Uetersener Collegium Gaudium, der Liberi-Chor des Christianeums, und Darlene Ann Dobisch (Sopran), Piet Zorn (Tenor), und Christian Oldenburg (Bariton) als Solisten. Für alle gab es begeisterten Beifall. Den dramatischen Auftakt lieferten die vier treffsicheren Elbtonal-Schlagwerker. Wer hätte geglaubt, dass man mit einem solchen Instrumentarium, diesem Klang-Massiv aus Trommeln, Becken, Gongs und einem riesigen Xylophon, so zarte Töne hervorbringen kann. Hingerissen lauschte das Publikum der Percussion-Gruppe. Es war als halte der Saal den Atem an. So blieb es nicht lang. Dann zeigte die mitreißende Dynamik der Hamburger, welche Kraft in ihnen steckt. Das Tempo mit dem der Xylophon-Spieler die Schlägel wechselte, grenzte an Zauberei. Für Monika Thöm war es die „opulente Vorspeise“ des musikalischen Konzert-Menus. Ihren Dank an die Musiker verband die Vorsitzende des Fördervereins von Kammerchor und Kammerorchester angesichts der Anschläge von Paris mit nachdenklichen Worten über Orffs Meisterwerk. 

 

„Lieder aus Benediktbeuren“

Es werde leicht übersehen, dass die von Orff so genial vertonten mittelalterlichen „Lieder aus Benediktbeuren“ nicht nur unbekümmerte Lebenslust, Liebesglück und Trinkgelage besingen. Bereits die erste der insgesamt 25 Nummern sei im Grunde ein Klagegesang über die trügerische Oberflächlichkeit des Glücks, die Ungewissheit des Schicksals, machte Thöm deutlich. Der Klagegesang über Fortuna, die launenhafte Herrscherin der Welt, war zwei Mal zu hören, denn er eröffnet und beschließt Orffs Werk. Allerdings war er nicht der Abschluss des Abends, denn das Publikum ertrotzte sich mit anhaltendem Beifall eine furiose Zugabe.

 

Mit Beifall überhäuft: Kammerchor und Kammerorchester Wedel, der Liberi-Chor des Christianeums, das Uetersener Collegium Gaudium, Bläser der Hamburger Symphoniker, die Elbtonal Percussion und die Solisten Piet Zorn (Tenor, vorne v. l.), Darlene Ann Dobisch (Sopran), und Christian Oldenburg (Bariton). Foto: Stolzenberg

 

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Konzertkritik 

Wedel-Schulauer Tageblatt

31. März 2015

von Sarah Falkenberg

 

Händels „Der Messias“ in der St.-Marien-Kirche

Kammerchor und Kammerorchester: Gefeierte Aufführung von Händels „Der Messias“ 

in der Wedeler St.-Marien-Kirche.

 

Wedel | Es war ein großer Genuss, in den die Zuhörer in der voll besetzten Wedeler St.-Marien-Kirche kamen. Denn Hoffnung, Freude und Demut entfalteten sich überzeugend in hervorragend dargebotener Musik: Valeri Krivoborodov dirigierte gewohnt leichtfüßig und energiegeladen Georg Friedrich Händels „Der Messias“.

Das flotte Tempo und die gleichzeitig zurückgenommene Interpretation verliehen dem Oratorium sowohl hoffnungsvolle Beschwingtheit als auch gläubige Tiefe. An seinem wohl bekanntesten Werk hatte der Barockkomponist im Jahr 1741 nur 24 Tage gearbeitet. Vielleicht der Grund, warum die Musik wie aus einem beflügelten Guss wirkt.

Inhaltlich wird im ersten Teil des dreiteiligen Oratoriums von der Prophezeiung und Verkündigung erzählt, der Rettung der Menschheit durch den von Gott gesandten Messias. Jubilierend intonierte der ausgezeichnet gestimmte Kammerchor: „Er kommt, dein Gott, die Herrlichkeit des Herrn ist über dir erschienen.“ Und begleitet von Krivoborodovs großen, animierenden Bewegungen begrüßte er den Heiland mit Verve: „Wunderbar, Herrlicher, der starke Gott, der Ewigkeiten Vater und Friedefürst.“ Ein klangliches Strahlen erfüllte den Raum, als die Sopranistin Dorothee Fries sang „Erwach, frohlocke“. Hinreißend lebendig, perlend leicht. Liebevoll tröstend sang Karin Kunde mit ihrer warmen, vollen Altstimme anschließend die Arie „Er weidet seine Herde“.

Triumph des Christentums

Der zweite Teil beschreibt den Leidensweg, die Auferstehung und den Triumph des Christentums. „Halleluja, denn Gott, der Herr, regiert allmächtig“, schmetterte der Chor voller Inbrunst von Trompeten und kraftvollen Streichern begleitet. Joachim Duske verlieh den Tenorpartien eine bei aller kunstvollen Leichtigkeit mitfühlende Tiefe.

Die sichere Hoffnung bahnt sich ihren Weg im dritten Teil, der von der Wiederauferstehung und der Anbetung des Messias’ handelt. In der Arie „Ich weiß, dass mein Erlöser lebet“, erhob sich erneut zauberhaft der klare Sopran von Fries in den Kirchenraum. Mit ihrer ruhigen Linienführung und lyrischen Wärme übertrug sich eine fast spürbare Zuversicht aufs Publikum. Ein perfekter, bewegender Moment.

Der sonore Bass von Keno Brandt kam besonders gut in der Arie „Sie schallt, die Posaun“ zur Geltung. Dem Chor war die Freude an den schönen Harmonien deutlich anzumerken. Die ausgezeichnete Orchestereinstudierung hatte wie gewohnt Stefan Czermak übernommen. Unterstützt wurden die Wedeler Kammermusiker von den bekräftigenden und triumphierenden Einwürfen der Bläser der Hamburger Symphoniker.

Wie schon vergangenes Jahr bei Haydns „Schöpfung“ war dem Konzert eine kurzweilige Einführung in Leben und Werk des Komponisten Georg Friedrich Händel vorausgegangen. Darin ordneten die Musikwissenschaftler Anke Schmitt und James Lask das Werk ins Zeitgeschehen ein und vermittelten den Zuhörern einen anschaulichen Eindruck des damaligen Alltags.

 

Kammerchor und Kammerorchester Wedel interpretierten wunderbar Händels „Messias". Foto: Falkenberg

 

 

 

2014

 


   

Konzertkritik 

Wedel-Schulauer Tageblatt

27. Mai 2014

von shz.de

 

„Schöpfung“ fantastisch interpretiert 

Stehende Ovationen für Haydn-Aufführung von Kammerchor und Kammerorchester Wedel

in der St.-Marien-Kirche 

 

Wedel | Erneut ist dem Duo Krivoborodov/Czermak ein großer musikalischer Wurf gelungen. Dank der hervorragenden Orchestereinstudierung des erfahrenen Konzertmeisters Stefan Czermak und seiner eigenen Leistung als Chorleiter war es für Valerie Krivoborodov ein Leichtes, Haydns Meisterwerk klanglich beeindruckend in Szene zu setzen. Sowohl der etwa 60-köpfige Kammerchor Wedel als auch das von Bläsern der Hamburger Symphoniker unterstützte Kammerorchester überzeugten das Publikum in der ausverkauften Kirche mit einem hervorragenden Konzert von ihrem Können. Zum hohen Niveau der Veranstaltung trugen auch die drei ausgezeichneten Solisten bei, die das klanggewaltige Haydn-Oratorium „Die Schöpfung“ über die Erschaffung der Welt fantastisch interpretierten. So schmetterte der stimmlich sehr präsente Chor fanfarenartig und kraftvoll im zweiten Teil des Oratoriums „Auch unsre Freud’ erschalle laut, des Herren Lob sei unser Lied!“ Bravo. Einer der Höhepunkte des Abends war die Arie des Gabriel „Nun beut die Flur das frische Grün dem Auge zur Ergötzung dar“, gesungen von Julia Henning. Bezaubernd. Die in Lüneburg lebende Sängerin war spontan für die erkrankte Cornelia Zach eingesprungen, was sich als Glücksfall erwies. Die zarte Sopranistin trug die Partie des Gabriel mit unglaublicher Lebensfreude vor, ihre perfekt geführte lyrisch-leichte Stimme reihte Haydns Noten wie Perlen aneinander. Die schnellen, nicht einfachen Koloraturen nahm sie mit souveräner Eleganz. Auch Stephan Zelck setzte seinen vollen Tenor meisterhaft ein und füllte mit dem Klang von Uriels Arie „Mit Würd’ und Hoheit angetan“ die Kirche bis in die letzte Nische. Die Erfahrungen als Opernsänger waren da deutlich zu hören.

 

Publikum war sichtlich berührt

Dass die Zuhörer ein fantastisches Konzert erleben würden, wurde schon gleich zu Anfang deutlich. Wie Samt schwebte die klare und zugleich sanfte Bass-Bariton-Stimme von Konstantin Heintel im Rezitativ des Raphael „Im Anfange schuf Gott Himmel und Erde“ durch den Raum. Sowohl seine wunderbar schlichte Vortragsweise als auch seine lyrischen und dosiert kraftvollen Arien berührten das Publikum sichtlich. Als sei wirklich ein Engel durch den Raum gegangen. 

Als Besonderheit der Wedeler Veranstaltung gab es vor dem Konzert eine etwas ungewöhnliche Einführung in Leben und Werk des Komponisten Joseph Haydn. Die Wedeler Musikwissenschaftlerin Anke Schmitt bot mit ihrem Kollegen James Lask „musikwissenschaftliches Entertainment“, eine Kombination aus informativem Vortrag und einer Art Unterhaltungsshow. Während Anke Schmitt den „seriösen“, informativen Teil übernahm, stellte Lask nach dem Vorbild der Fernsehshow mit Ernst Stankowski „Erkennen Sie die Melodie“ Musikstücke vor, die parallel zu Haydns „Die Schöpfung“ entstanden waren, und erläuterte die Beziehung der entsprechenden Komponisten zu Haydn. Originell: Unter den Erkennungsklängen der Tagesschau berichtete Lask in Nachrichtensprecher-Manier über aktuelle Ereignisse aus den Jahren 1796 bis 1798, der Entstehungszeit von Haydns „Die Schöpfung“.

Insgesamt war das zweite Jubiläumskonzert mit Einführung anlässlich des zehnjährigen Bestehens vom „Förderverein Kammerchor und Kammerorchester Wedel“ ein fulminanter Erfolg. Die Erwartungen an das nächste Konzert „Magnifikat“ mit den beiden Werken von Johann Sebastian sowie Carl Philipp Emanuel Bach am 23.November werden hoch sein.

 

Das Konzert unter Leitung von Valerie Krivoborodov war ein Riesenerfolg. Foto: shz.de

 

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Interview

Wedel-Schulauer Tageblatt

17. Mai 2014

von Jacobshagen

 

Lust auf akribische Chorproben

Aktiv dabei: Seit 22 Jahren singt Monika Thöm im Kammerchor.

 

Der „Förderverein Kammerchor und Kammerorchester Wedel“ feiert am Sonntag, 25. Mai, mit Haydns Meisterwerk 

„Die Schöpfung" sein zehnjähriges Bestehen. Schöner Anlass für ein Interview mit der Vorsitzenden Monika Thöm: 

 

Frau Thöm, wie kam es zur Gründung des Fördervereins?

Monika Thöm: Ohne Heinz Kegel, der 2003 starb, fehlte ein Organisator und Veranstalter der Konzerte. Daher beschlossen 47 Chor- und Orchestermitglieder am 13. April 2004 die Gründung des Fördervereins Kammerchor und Kammerorchester Wedel, um die Organisation und finanzielle Absicherung der Konzerte zu übernehmen.

Stefan Czermak setzte sich damals dafür ein, dass die musikalische Arbeit weitergeht und übernahm nach Heinz Kegels Tod die Leitung des Kammerorchesters. Seit 1990 war er bereits Konzertmeister des Kammerorchesters. Valeri Krivoborodov, ausgebildeter Dirigent und damals Gastcellist im Kammerorchester, war bereit, den Chor zu leiten. Seitdem sind beide unsere musikalischen Leiter.

 

Wer bestimmt das Programm von Chor und Orchester?

Die Entscheidungen werden von den beiden musikalischen Leitern in Absprache mit Vorstand sowie Chor und Orchester getroffen. Stefan Czermak und Valeri Krivoborodov führen die Arbeit von Heinz Kegel kontinuierlich auf hohem Niveau weiter. 

 

Mit welchen Solisten sind Sie bisher aufgetreten?

Mit einigen Solisten gibt es eine langjährige Zusammenarbeit noch aus Kegels Zeit. Aber es kommen auch immer wieder neue junge Solisten hinzu, einige haben sogar einen internationalen Ruf. Dazu zählen zum Beispiel Franz Grundheber und Mitglieder des Ensembles der Staatsoper Hamburg wie Renate Spingler, Katja Pieweck und Katerina Tretyakova.

 

Welches waren die Highlights?

Besondere Erlebnisse waren Guiseppe Verdis „Messa da Requiem“, noch unter Heinz Kegels Leitung, natürlich Carl Orffs „Carmina Burana“ und im Juni 2013 „Klassik achtern Diek“ im Schuppen 1 an der Elbe.

 

Wie ist die Altersstruktur des Chors? Sind Stimmen zu besetzen?

Wie in vielen Laienchören ist das Durchschnittsalter recht hoch. Allerdings sind in letzter Zeit jüngere Mitglieder hinzugekommen, die über unsere Internetseite auf uns aufmerksam geworden sind. Ein generelles Problem ist immer die Besetzung der Männerstimmen. Hier fehlen besonders Tenöre. Aber auch im Sopran und Alt könnten wir Unterstützung durch jüngere Stimmen gebrauchen. 

 

Wie sieht die Probenarbeit aus? Welche Vorkenntnisse sind nötig?

Wir proben einmal wöchentlich recht intensiv und treffen uns nach Bedarf auch an Wochenenden zum Proben. Durch gezielte Stimmbildung und gutes Einsingen pflegen wir die sängerische Qualität des Chors. Notenkenntnisse sind hilfreich, ebenso wie die Begeisterung für klassische Musik und die Bereitschaft zu akribischer Probenarbeit.

 

Wann und wo proben Sie?

Wir proben montags von 20 bis 22 Uhr im Mensatrakt der Gebrüder-Humboldt-Schule im Rosengarten 18, die Orchesterproben sind donnerstags von 20 bis 22 Uhr. Wir sind der Gebrüder-Humboldt-Schule sehr dankbar, dass wir deren Bibliothek, Musikräume und Mensa nutzen können. Ebenso danken wir der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule, dass wir bei der Nutzung des Saals für Konzerte immer auf freundliche Unterstützung zählen dürfen. Seit 2003 finden unsere Konzerte hauptsächlich in der Kirche St. Marien statt. Hier haben wir nicht nur einen Raum für unsere Aufführungen gefunden, sondern eine Heimat. Sowohl für die Konzerte und die Generalproben als auch für den gemütlichen Ausklang im Gemeindehaus stehen uns die Türen offen. Für diese großzügige Gastfreundschaft und hilfreiche Unterstützung bei der Organisation und Durchführung unserer Konzerte bedanken wir uns bei der Gemeinde St. Marien von ganzem Herzen. 

 

Wie sieht die weitere Programmplanung aus?

Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium“ ist seit 1959 fester Bestandteil in unserem Repertoire. Für März 2015 planen wir die Aufführung von Georg Friedrich Händels „Messias“ und für November 2015 die Wiederaufnahme von Carl Orffs „Carmina Burana“. Im Zusammenhang mit unserem Jubiläum werden Kammerchor und Kammerorchester Wedel am 25. Mai in St. Marien Joseph Haydns „Die Schöpfung“ aufführen. Wir freuen uns sehr, dass vor dem Konzert die Wedeler Musikwissenschaftlerin Anke Schmitt zusammen mit ihrem Kollegen James Lask auf unterhaltsame Weise in das Werk einführen werden. 

 

 

 

2013

 


   

Konzertankündigung

Wedel-Schulauer Tageblatt

24. Januar 2013

von Claudia Frese-Otto

 

Klassik achtern Diek – Ohrwürmer der klassischen Musik

 

Sie wollen mal etwas anderes wagen: Der Kammerchor und das Kammerorchester Wedel bereiten sich auf ein besonderes musikalisches Ereignis im kommenden Frühsommer vor. Unter dem Titel "Klassik achtern Diek" präsentieren die Wedeler Musiker gemeinsam mit den Bläsern der Hamburger Symphoniker, bekannten Solisten und Gästen leichte Melodien aus Oper und Operette. Am 8. Juni gibt es ab 17 Uhr im Schuppen 1 am Strandbaddamm einen launigen Streifzug durch Werke von Rossini, Verdi und Strauß, bei dem sich auch für weniger geschulte Ohren ein Wiedererkennungseffekt einstellen wird. Bekannte Stücke aus Wagners "Der fliegende Holländer" und dem "Barbier von Sevilla" werden genauso vertreten sein wie "Die Fledermaus" von Johann Strauß. "Da ist für jeden etwas dabei", verspricht Orchesterleiter Valeri Krivoborodov, "die meisten Melodien sind allen bekannte Ohrwürmer".

 

Dass dieses Konzert aus ihrem klassischen Rahmen herausfällt, weiß Monika Thöm. Doch auch die Vorsitzende des Fördervereins von Chor und Orchester ist überzeugt von dieser Idee: "Carmina Burana hat uns gezeigt, dass ein Interesse an leichter Klassik in Wedel besteht", erklärt sie. Gesungen werden die Arien von den Solisten 

Darlene Ann Dobisch (Foto) und Lemuel Cuento. Die Koloratursopranistin Dobisch ist den Wedelern bereits aus "Carmina Burana" bekannt. Die gebürtige Amerikanerin hat schon für den NDR Chor und das Opernloft Hamburg gesungen und stand auf vielen Opernbühnen in ganz Deutschland. Lemuel Cuento wird zum ersten Mal mit dem Kammerchor Wedel auf der Bühne stehen. Der Tenor hat bereits Erfahrungen auf Bühnen in ganz Europa gesammelt. Ebenfalls mit von der Partie ist das 13-köpfige Acapella-Ensemble Collegium Gaudium aus Uetersen.

 

Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt. Passend zum Veranstaltungsort, dem Schuppen 1, wird den Gästen ein "rustikales Büfett" geboten, verspricht Gastronom Daniel Frigoni, der den Veranstaltungsort zur Verfügung stellt.

Etwa 1000 Besucher fasst die ehemalige Bootshalle am Schulauer Hafen. Auf ihrer Bühne haben die insgesamt 130 Musiker problemlos Platz. Ursprünglich sollte es bereits im vergangen Jahr, in der Festwoche zum Stadtjubiläum, einen Auftritt von Kammerchor und -orchester geben. Damals hatte das Ensemble aufgrund der Sparmaßnahmen der Stadt keine Bühne zur Verfügung. Diesmal greifen Sponsoren den Veranstaltern unter die Arme. Als Hauptsponsor beteiligt sich die Stadtsparkasse mit 5.000 Euro an den entstehenden Kosten.

 

Seit dem 14. Januar sind die Proben in vollem Gange. Orchesterleiter Krivoborodov würde den Musiker- und Sänger-Stab bis zur Aufführung im Juni aber gern noch um ein paar junge Köpfe erweitern. Wer ein Streichinstrument spielt oder Spaß am Singen hat, ist eingeladen, zu den Proben am Montag von 20 bis 22 Uhr im Mensatrakt der Gebrüder-Humboldt-Schule im Rosengarten 18 zu kommen.

 

Karten für die Veranstaltung gibt es voraussichtlich ab Mitte Februar für 25 Euro im Vorverkauf bei Wedel Marketing und den Buchhandlungen Heymann, Bahnhofstraße 31, und Kötz und Buchenau, Wedeler Landstraße in Rissen.